Königsbergs 1945 / 1948; die Hölle auf Erden

Die Stadt Königsberg blieb vom Zweiten Weltkrieg zunächst lange verschont, bis sie durch die zwei Luftangriffe im August 1944 in der Innenstadt stark zerstört wurde. Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpreußen wurde Königsberg Ende Januar 1945 nahezu umschlossen.

Am 5. April 1945 begann der Angriff auf Königsberg. Pausenlos pfiffen die Stalinorgeln, fielen Bomben und unzählige Granaten schlugen ein. Verzweifelt war vor allem die Lage der Zivilisten - in Todesangst harrten sie in den Kellern einem ungewissen Schicksal entgegen.

Eine von den Sowjettruppen am 8. April 1945 erneut angebotene Kapitulation lehnte General Lasch abermals ab. Den sinnlosen Beschuss auf die Stadt setzte die Rote Armee fort, bis Lasch am 09.04.1945, als die Sowjettruppen unmittelbar vor seinem Bunker standen, kapitulierte.

Die Zivilbevölkerung, rund 130 000 Personen, die in Königsberg bei der Eroberung und nach der bedingungslosen Kapitulation in Königsberg am 9. April 1945 noch lebten, mussten durch eine Hölle gehen, und die allermeisten (über 85%) sind dabei elendiglich zugrunde gegangen. Sie erlebten nur wüste Haufen entfesselter Rotarmisten, raubend, plündernd, Frauen schändend, Brände legend. Vom 10. bis zum 12. April wurde die Stadt wie zur Zeit der Mongolenkriege zur Plünderung und Brandschatzung freigegeben. Was folgte, war eine „Blutorgie“, wie sie die Welt zuvor noch nicht gesehen hatte. Für die Bewohner von Königsberg begann nun eine Apokalypse von zuvor nie gekanntem Ausmaß.

In den ersten Tagen nach der Besetzung Königsbergs und bei den Todesmärschen kamen etwa 50.000 Menschen ums Leben.

„Alles was wir tagsüber sahen, hatte uns so entsetzt, dass niemand mehr ein Wort sprechen konnte. Aber was wir nachts hörten, erschütterte mich noch mehr. Schreie, Hilferufe, Schüsse Jammern“, erinnert sich der Überlebende Michael Wieck in seinem Buch „Zeugnis vom Untergang Königsbergs“.

Vom Sommer 1945 bis zum Sommer 1948 hielt die hohe Sterblichkeit infolge von Hungertod, Gewalt und Willkür sowie der Epidemien von Typhus und Ruhr an. Innerhalb dieser Jahre sind von den zuvor 130.000 Deutschen ca. 110.000 (rund 85%) zivile Menschen in Königsberg umgekommen.

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